WAS IST SUCHT?

Pornografieabhängigkeit ist wie der Name schon sagt, eine Abhängigkeit, eine Sucht

Neurobiologen haben in Hirnscans von Porno-Abhängigen die gleiche Veränderung festgestellt, wie sie bei Abhängigen von Substanzsüchten zu finden sind. Folglich laufen im Gehirn auch bei einer Verhaltensstörung ohne Substanz neurobiologische Prozesse ab, die mit einer substanzgebundenen Sucht (z.B. Alkohol oder Heroin) vergleichbar sind (1). Ohne weiter auf hirnphysiologische Prozesse einzugehen, lässt sich auch an den Symptomen erkennen, dass eine Verhaltenssucht wie Pornografiesucht fast deckungsgleiche Symptome zeigt, wie eine substanzgebundene Sucht. Dazu zählen:


  1. Wiederholtes Suchtverhalten, das zum Versagen bei wichtigen Verpflichtungen in der Schule, Arbeit oder zu Hause führt.
  2. Die Unfähigkeit aufzuhören trotz schädlicher Konsequenzen (wiederholte soziale und zwischenmenschliche Probleme)
  3. Toleranzentwicklung charakterisiert durch ausgeprägte Dosissteigerung oder verminderte Wirkung derselben Dosis, im Sinn von: es wird immer mehr pornografisches Material konsumiert, welches zunehmend surrealer wird.
  4. Stimmungsschwankungen im Zusammenhang mit dem Konsum, kann mit Entzugssymptomen verglichen werden.
  5. Außer Kontrolle geratenes Verhalten trotz des kontinuierlichen Wunsches oder das Bemühen, das Verhalten einzuschränken.
  6. Hoher Zeitaufwand für die Beschaffung und den Konsum.


Bei 2-3 Symptomen handelt es sich um eine moderate Sucht, bei mehr als 4 um eine schwerere Sucht.


Beispiele für den Nachweis der neurobiologischen Strukturveränderungen mittels funktionellen Gehirnaufnahmen in der Kernspintomografie (fMRI):


  • Verminderte Aktivierungsmuster in Hippocampus, Amygdala und hinterem Schläfen und Scheitel Cortex (Hirnrinde) (2014 Cambridge fMRI study on porn addicts by Voon et al., 2014)
  • verminderte graue Hirnsubstanz, z.B. im hinteren Striatum, einem Teil des Belohnungssystems („Brain Structure and Functional Connectivity Associated With Pornography Consumption: The Brain on Porn“ (Kuhn & Gallinat, 2014), Max Planck Institut Berlin)
  • gleichwertige Aktivitätsmuster der Hirnareale (z.B. Hippocampus) bei Cocainabhängigen und bei Pornografieabhängigen bei Konsum der jeweiligen Suchtsubstanz im fMRI (Valerie Voon, University of Cambridge, 2014)


[1]Sabine M. Grüsser et al: Verhaltenssucht – eine eigenständige diagnostische Kategorie?, in: Der Nervenarzt 78/2007, S.997-1002.

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