PORNOGRAFIE SCHADET DIR!

Früher musste man sich bewusst dafür entscheiden, Pornografie anzuschauen. Heute muss man sich bewusst dafür entscheiden, Pornografie nicht anzuschauen. Denn sie ist allgegenwärtig und innerhalb von Sekunden auf jedem Gerät, überall und jederzeit abrufbar. Und sie kostet nichts. Dieser grenzenlose Zugang hat auch auf uns einen gewaltigen Einfluss. Konservativen Studien zufolge konsumiert fast jeder dritte Mann regelmäßig Pornografie. Mindestens jede zweite Frau unter 35 Jahren ist ebenfalls betroffen. Ehen gehen auseinander. Beziehungen scheitern.


„Wann schadet mir der Pornokonsum?“ ist eine legitime Frage. Jedoch müssen wir uns alle die grundlegendere Frage stellen: „Wann ist Pornografiekonsum gesund?“ Es ist eine verarmte Form der Sexualität. Das Gegenüber wird dabei zum Objekt reduziert. Krank macht die Pornografie spätestens dann, wenn der Konsum suchthaft wird. Wenn meine Hemmschwelle gegenüber gewalttätigen oder ekelerregenden Pornos sinkt oder wenn ich mehrfach wöchentlich Pornos konsumiere – spätestens dann muss ich mir Gedanken machen.


Weltweit laufen an einer Vielzahl von renommierten Universitäten Langzeitstudien über dieses Phänomen unserer Zeit. Auch in Deutschland, wie z.B. am Max-Plank Institute (1) in Berlin oder an der JLU in Gießen (2). Kein Wunder, denn Deutschland ist Weltmeister im Konsum von Pornografie. Gemessen am weltweiten Anteil des Porn-Traffics im Internet, belegt Deutschland Platz 1 mit einem Anteil von 12,4 %. (3) Dieser Trend macht auch vor Christen nicht halt. Schon längst ist dieses Problem in den Gemeinden präsent und beeinflusst nicht nur Männer. Unterschiedliche Studien (sowie unsere Erfahrungen) zeigen, dass bei Männern der regelmäßige Konsum zwischen 75%-90% und bei jungen Frauen (unter 30 Jahren) bereits bei 65% liegt (4).


Auswirkungen des Pornokonsums


Die Auswirkungen des regelmäßigen Konsumierens sind dramatisch. Beim Porno schauen wird das Belohnungssystem im Gehirn getriggert. Der sogenannte Dopamin-Effekt tritt ein, der wiederum bewirkt, dass eine Zunahme von Anzahl, Häufigkeit und Härte des pornografischen Materials eintreten muss, um den gleichen „Rauscheffekt“ zu bekommen. Als Resultat daraus schrumpft das Belohnungssystem im Gehirn (Striatum), ganz ähnlich wie bei kokainabhängigen Personen (5). Da Pornografiekonsum und Selbstbefriedigung kaum trennbar sind, muss man auch das Bindungshormon Oxytocin mit ins Bild nehmen. Oxytocin wir beim Eintreten des Orgasmus im Gehirn ausgeschüttet. Das ist eine wunderbare Sache, wenn das zwischen zwei Menschen passiert. Doch wenn dabei Pornografie die Grundlage ist, führt es zu einer Bindung zu den vielen Bilder und erschwert daher den Ausstieg aus dieser Sucht zusätzlich (6).


Oft plagen den Süchtigen extreme Stimmungsschwankungen, Depressionen und Schuldgefühle. Bei Schwierigkeiten neigen wir Menschen dazu immer den leichtesten Weg zu nehmen, um uns so schnell wie möglich wieder besser zu fühlen. Da der nächste Rausch nur ein Klick entfernt ist, wird die Flucht in die Pornografie zum bevorzugten Weg mit Angst, Wut, Enttäuschung, Einsamkeit, Überforderung, etc. umzugehen. Emotionen, die überfordern oder unangenehm sind, werden mit Pornografie betäubt.


Das Problem ist, dass man diese Betäubung nicht punktuell oder nur lokal anwenden kann. Pornografie beeinflusst und betäubt unser ganzes Sein. Die Gefühle werden durch den Pornokonsum extrem gedämpft. Tiefe Beziehungen einzugehen oder sie intakt zuhalten wird zunehmend schwer. Zusätzlich zu dem generellen emotionalen Ausklinken, kommen Schuldgefühle hinzu. Am Ende drehen sich Abhängige nur um sich selbst und haben keine Kapazitäten für den Gegenüber frei. Beziehungsunfähigkeit macht sich breit und der Scham- und Isolationskreislauf fängt von Neuem an. Viele, die regelmäßig Pornografie konsumieren, sind erst nachdem sie der Pornografie entfliehen, damit konfrontiert, wie stark doch ihre emotionale Abstumpfung bereits vorangeschritten ist. Im Rahmen meiner Arbeit habe ich schon so viele Gespräche mit Männern geführt, die aus einer jahrelangen tiefen Pornografieabhängigkeit in die Freiheit gekommen sind und mit einem Mal wieder mit intensiven Gefühlen konfrontiert werden. Voller Staunen berichten sie uns von einem neuen Erwachen der Emotionen. Viele, die regelmäßig Pornografie konsumieren, kämpfen zusätzlich noch mit einem ständigen Doppelleben, das aufrechterhalten werden muss. Die eigenen seelischen Abgründe dürfen auf keinen Fall für die Familie, für Freunde, für Kollegen sichtbar werden. Und so wird eine Fassade gebaut. Viele Stunden werden investiert um den Schein aufrecht zu erhalten und „Beweise“ im Internet zu löschen. Die Konsequenz von diesem Verhalten ist, dass wahre Offenheit vermieden wird – im alltäglichen Miteinander, tritt das wahre „Ich“ nicht zum Vorschein. Ehen und Familien werden auf subtile Weise durch den Pornokonsum zutiefst beeinflusst. Emotional und geistig ist der Konsument abwesend und nimmt seine Verantwortungen in Ehe und Familie nicht wahr.


Weitere Auswirkungen können folgende sein:


  • Beziehungsprobleme in Partnerschaft, Familie, Freundeskreis
  • Sexuelle Funktionsstörung wie Impotenz oder vorzeitige Ejakulation
  • soziale Phobien und Vereinsamung
  • depressive Verstimmungen
  • zwanghafte Handlungen
  • Beschäftigung mit (Ansehen von) Sexualpraktiken, die man früher selbst als verstörend oder moralisch negativ eingestuft hätte.


  1. https://www.mpg.de/8269068/pornography-consumption-reward_system?filter_order=L&research_topic aufgerufen am 26.07.2018
  2. http://www.uni-giessen.de/ueber-uns/pressestelle/pm/pm134-18 aufgerufen am 26.07.2018
  3. https://www.netzsieger.de/ratgeber/internet-pornografie-statistiken aufgerufen am 26.07.2018
  4. http://www.covenanteyes.com/2015/02/13/do-women-look-at-porn/ aufgerufen am 26.07.2018
  5. 2014 Cambridge fMRI study on porn addicts by Voon et. Al., 2014; “Brain Structure and Functional Connectivity Associated with Pornography Consumption: The Brain on Porn” (Kuhn & Gallinat, 2014); Gary Wilson, Your Brain on Porn; Barna Group, The Porn Phenomenon
  6. https://www.yourbrainonporn.com/oxytocin-fidelity-and-sex; http://bloglegion.de/artikel-pornographie-gehirn/ aufgerufen am 26.07.2018

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